Die Welt hinter den Kulissen der berühmten Sommerfrische der 1920er-Jahre
„Denn die Dienstmädel und die Holzknechte und die Jäger und die Bauern und der Herr Lehrer und das Fräulein Negrelli von der Post, sie alle mischen hier mit auf dem Semmering.“
Atmosphärisch dicht erweckt Tanja Paar den Semmering der kleinen Leute und seine Bedrohung durch den aufkommenden Faschismus zum Leben.
Für den Eisenbahner Bertl und seine Frau Klara bedeutet der Semmering einen Aufstieg: Die Beförderung zum Stationsvorsteher und ein Häuschen mit Garten sind in Zeiten von Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit viel. Mit Schwung und Liebe zum Detail erzählt Tanja Paar von der Welt hinter den Kulissen der noblen Sommerfrische, von Dienstmädchen und Holzknechten, Groß- und Kleinbauern, vom Postfräulein Negrelli und von Rahel, die für die jüdischen Gäste koscher kocht. Immer stärker werden die politischen Konflikte auch im Kurort abseits der Großstadt Wien spürbar, und als die Nazis 1938 die Macht ergreifen, gerät die gefährdete Idylle gänzlich aus den Fugen. Wird Klara ihre Freundin Rahel vor der Deportation retten können
Mit „Am Semmering“ legt Tanja Paar einen fein gewobenen zeitgeschichtlichen Roman vor. (…) ein plastisch erzählter zeithistorischer Roman über Liebe und Krisen, Armut und Lust, Befreiung und Repression.
Alexander Kluy, DER STANDARD
Tanja Paar entwirft das Panorama des Zusammenlebens unterschiedlicher Schichten in einer außergewöhnlichen Umgebung und schwierigsten Umständen.
Wolfgang Huber-Lang, APA
Paar [...] zeichnet in ihrem dritten Roman ein liebevolles und detailgenaues Bild dieser kleinen Welt der kleinen Leute, in dem mit viel Lokalkolorit die mondäne Welt des Semmerings gezeichnet wird.
Karin Waldner-Petutschnig, KLEINE ZEITUNG
Tanja Paar [ist] die Studie einer Epoche vor der Kulisse eines einstigen Urlaubsparadieses gelungen, die in vergleichbarer heimischer Literatur noch nicht in dieser Weise herausgearbeitet wurde: Die unvorstellbare Armut breiter Kreise der Bevölkerung und die zunehmende Reizbarkeit der Menschen im Angesicht von Ausweglosigkeit und drohendem politischen Unheil. Es könnte so gewesen sein, am Semmering. Und so ähnlich war es wohl auch.
Stefan May, Ö1