Bilderreich, fesselnd und beklemmend erzählt Vladimir Vertlib von Liebe und Hass, Glaube und Verrat und der Lust, trotz allem am Leben zu sein
"Gibt es denn irgendeine jüdische Familie, die nicht zumindest einen Märtyrer, der von den Gojim erschlagen, verstümmelt oder verbrannt wurde, zählt?"
Wien um 1670: Barocke Herrlichkeit und bittere Armut prägen die Stadt. Kaiser Leopold I. leidet nicht nur unter Geldmangel für seine Feldzüge, er braucht auch dringend einen Thronfolger. Nur Leibarzt Pedro de Rojas kann der verzweifelten Kaiserin Margarita Teresa helfen. Der jedoch hat ein gefährliches Geheimnis: Er ist ein spanischer Converso, ein konvertierter Jude, der seinen Glauben im Geheimen praktiziert. Die katholische Kaiserin will die Juden aus der Stadt vertreiben, sie hält sie für die Ursache allen Übels. Wird es Don Pedro und seiner Geliebten, der Hebamme Esther, gelingen, das zu verhindern? Vladimir Vertlib verbindet Komödie und Drama zu einem großen Roman über Glaubenskämpfe und Standesdünkel, Hetze, Intrigen und Verrat, aber auch Liebe, Treue und tiefe Freundschaft.
Was für ein fulminanter Roman: eine Mischung aus Leo Perutz und Umberto Eco.
Günter Kaindlstorfer
Vertlib malt sein Zeitpanorama in düsteren, pastos aufgetragenen Farben. Er konzentriert sich auf die Machtfülle und den Machtmissbrauch der katholischen Kirche und den Judenhass. In seinem Roman ist die Kaiserin die treibende Kraft dahinter. „Der Jude der Kaiserin“ bringt einem eine Zeit nahe, über die man nur wenig weiß. Je mehr man über den Herrscher nachliest, desto erstaunter ist man.
Wolfgang Huber-Lang, APA
Vladimir Vertlib entfaltet seinen opulenten, rasanten Bilderbogen über spanisches Hofzeremoniell samt abstrusen Erziehungsmethoden und inquisitorischer Intriganz. (Er) beherrscht nicht nur die Kunst theaterreifer Dialogführung, er ist auch gegenüber Klamauk und spannenden Duellszenen nicht abgeneigt.
Erich Klein, Ö1 EX LIBRIS
Ein großartiger, spannender Wiener Historienroman, der die Atmosphäre in Wien von 1670 unglaublich toll einfängt [...]
Johannes Kössler, ORF