Heim holen

Katharina Braschel

Familienhistorische Recherche und Erinnerung verwoben zu einem zart erzählten Debütroman, der radikale Fragen stellt.
"Das Nichtwissen, mein Nichtwissen rückt mir von allen Seiten nahe, immer mehr Fragezeichen reihen sich aneinander und ich habe während der Onlinesuche aufgehört, richtig zu atmen."
Aufgewachsen ist Lina, ein Kind der 1990er, in einer Welt, die aus der Zeit gefallen scheint: in einer donauschwäbischen Gemeinschaft, die sich nach Vertreibung und Flucht in Salzburg angesiedelt und ihr traditionelles Leben nach 1945 dort fortgesetzt hat. Als Lina eines Abends von der SS-Mitgliedschaft ihres Großvaters erfährt, beginnt sie, nach Antworten jenseits der großen Opfererzählung zu suchen. Zerrissen zwischen der Liebe zu ihren verstorbenen Großeltern und ihrer eigenen Politisierung, will sie erstmals das Schweigen brechen. Getragen von ihren engen Freund*innen stellt sich Lina ihrer Familiengeschichte und bricht zu einer Recherche auf, die sie bis nach Belgrad führen wird. Als sie endlich auch die Konfrontation mit ihrer Mutter sucht, wird das zur Zerreißprobe …
Es ist der Umgang mit diesen Fragen und nicht die Antwort darauf, die Braschel ins Zentrum von "Heim holen" gestellt hat.
Wolfgang Huber-Lang, APA
Katherina Braschels Roman legt nicht zuletzt Schicht für Schicht den Weg der Auseinandersetzung mit den großen Fragen des 20.Jahrhunderts nach Erinnerung, Nationalismus und Schuld frei und führt damit ihre Leser:innen zur Frage nach dem Umgang der eigenen Familie mit den Taten und Erfahrungen der Eltern bzw. Großeltern.
Ursula Ebel, DIE PRESSE
Mit ihrem Roman ist es Braschel gelungen einen differenzierten Blick auf eine Volksgruppe zu werfen, die in den Geschichtsbüchern bislang nur mangelhaft dokumentiert wurde.
Alice Pfitzner-Manjić, ORF
Verfilmung
Dramatisierung
Residenz Verlag ↗
Erscheinungsdatum: 19.01.2026