"Ledige Dirn einer ledigen Dirn einer ledigen Dirn"
„Das wär ja noch schöner, wenn ledige Kinder schon was wollen dürfen!“ – Dieser Satz des ersten Dienstherrn brennt sich in das Gedächtnis der jungen Johanna ein. Als alte Frau, Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, nun allmählich auf Hilfe angewiesen, zieht sie zu ihrer Tochter Martha. Diese massive Veränderung und der Gedanke an den Tod, der immer öfter im Zimmer zu stehen scheint, läßt die Geister der Vergangenheit noch einmal erscheinen.
Zu ihrem erfolgreichen Roman JOHANNA hat die österreichische Autorin Renate Welsh vor wenigen Jahren eine Fortsetzung geschrieben. Die ehemalige Dienstmagd, die so gern etwas gelernt hätte und der der Zugang zu formaler Bildung verweigert wurde,kann allen Widrigkeiten zum Trotz auf ein Leben zurückblicken, in dem sie ihren Platz gefunden hat und eindeutig „jemand“ ist. Widerständig, zornig und gar nicht altersmilde setzt sie sich noch einmal mit Erinnerungen auseinander, die ungerufen daherkommen und nicht nur über ein Einzelschicksal, sondern das einer ganzen Frauengeneration von den 1930er bis in die 1990er Jahren erzählen.
"Nicole Metzger adaptiert den Stoff im Theater Spielraum zügig und jongliert Tragik mit ulkiger Komik."
Der Falter 17/26