Ein Politiker-Dickpic wirft einen ganzen Wahlkampf aus der Bahn
„Nicht die Wahrheit gewinnt die Wahl. Die bessere Story gewinnt die Wahl.“
Ein Tag vor der Wahl: Der Spitzenkandidat der „Partei der Mitte“ will mit einer Insta-Story Volksnähe zeigen – und landet nackt im Netz. „Zipfelgate“ explodiert, während er, seine Schauspieler-Partnerin Alisa und ein erstaunlich kundiger Nachbar auf der Ferien-Terrasse um Karriere, Liebe und Kontrolle über das eigene Bild ringen. „Der nackte Kandidat“ ist ein schnelles, böses Kammerspiel über Dickpics, Demokratie und die Frage, wer am Ende bestimmt, was von uns bleibt: wir selbst – oder die Stories, die andere aus uns machen.
ausführliche Beschreibung
Ein Tag vor der Wahl. Der Spitzenkandidat der „Partei der Mitte“ hat beschlossen, sich zwei Tage lang der Welt zu entziehen: keine Auftritte, keine Talkshows, keine Interviews. Stattdessen: eine Ferienanlage mit „Lodges“, ein See, eine Terrasse – und seine Partnerin, die Schauspielerin Alisa Vogel, die lieber an ihre nächste Rolle denkt als an sein Kanzleramt.
Doch die Welt lässt sich nicht aussperren. Während Linus in Badehose seine Siegesrede probt und Alisa ihn zu einer harmlosen Insta-Story überredet, hört man von nebenan Kichern, Klirren und gelegentlich Kommentare aus einer zweiten Lodge. Dort urlauben Karin, Lehrerin mit Instagram-Erfahrung, und ihr Mann Abbas, der von Politik „eigentlich nichts wissen will“ – und doch erstaunlich gut versteht, wie Öffentlichkeit funktioniert.
Als Linus’ Story auf Instagram online geht, ist nichts mehr harmlos: Ein Foto zeigt ihn, wie er nackt aus dem See steigt. Sein Penis landet unübersehbar im Netz. Binnen Minuten wird aus der „Heimatliebe“-Story ein „Zipfelgate“. Memes, Kommentare, Häme: So offen war Politik selten. Doch während Linus Panik bekommt und Alisa um ihre Karriere als Buhlschaft und Filmschauspielerin bangt, beginnen Karin und Abbas, genauer hinzuschauen. Wer profitiert? Wer steuert? Und vor allem: Wie kommt man da wieder raus?
„Der nackte Kandidat“ ist ein Kammerspiel über politische Eitelkeit, Körper im Netz und die Frage, wem unsere Bilder gehören, sobald sie einmal gepostet sind. Vier Menschen auf einer Terrasse verhandeln Macht, Scham, Lust, Moral und Medienrummel – zwischen Bierflaschen, Selfie-Stick und „Letzte Chance“-Rhetorik. René Freund erzählt mit scharfem Witz und viel Tempo, was passiert, wenn ein Land wählt, während sein möglicher Kanzler versucht, seine nackten Tatsachen zu verstecken. Oder zu verkaufen.
Am Ende bleibt eine tröstlich-böse Einsicht: Das Netz vergisst nichts. Aber es liebt eine gute Geschichte. Die Frage ist nur: Wem gehört sie?