Declaração

Das Leben zu sehr geliebt - Ein Plädoyer für Frieden und den europäischen Gedanken
Eine theatrale Spurensuche

Claus Tröger / Friederike Bernau

Im Theaterstück „Declaração“ entsteht durch Werke, Tagebuch-aufzeichnungen und insbesondere dem Briefwechsel mit seiner ersten Ehefrau Friderike und seiner zweiten Ehefrau Lotte ein höchst persönliches Bild und somit ein Bilderbogen über die kulturelle Hoch-Zeit der 1880-Jahre, hinein in die bitteren Erfahrungen durch den 1. Weltkrieg, ein Leben für Frieden in Europa, über eine künstlerische Erfolgsgeschichte, die im dunkelsten Kapitel des Nationalsozialismus mündet und den Protagonisten in Heimatlosigkeit, Sprachlosigkeit und von der Depression zum Selbstmord führt.
ausführliche Beschreibung
Tiefe Sinnlichkeit spricht aus seinen Texten, tiefe Leidenschaft verbindet den Autor Stefan Zweig mit den Frauen - mit den Frauen ganz allgemein. Sie bestimmen sein „erstes Leben“ - wie er es im Rückblick „Die Welt von gestern“ später nennen wird. Das „zweite Leben“, den Erfolg der großen Salzburger Jahre, prägt Friderike von Winternitz, die er 1920 heiratet. In den Schicksalsjahren des dritten Lebens“ nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wird Lotte Altmann, die als Sekretärin für ihn arbeitet, zu seinem Fels in der Brandung. Mit ihr verlässt er Österreich, das ihm nach der Verbrennung seiner Bücher, die „Millionen Leser sich zu Freunden gemacht“ hatten, keine Heimat mehr sein kann.

Über England emigrieren Stefan und Lotte Zweig, die am 6.September 1938 im englischen Bath geheiratet haben, nach Brasilien. Der große Vertreter des europäischen Gedankens verzweifelt in zunehmender Depression am Welt-geschehen. Seine große Idee eines geistig geeinten Europas zerbricht mit jedem Tag mehr - geografisch, seelisch, moralisch.
Am 23. Februar 1942 emigriert Stefan Zweig ein letztes Mal - in den Tod. Wenige Stunden später folgt Lotte ihrem Mann.

Die Zerstörung seiner „geistigen Heimat Europa“ hatte ihn entwurzelt, seine Kräfte waren „durch die langen Jahre heimatlosen Wanderns erschöpft“.
2D 1H
Schauspiel
UA: 27.11.2026 / Kammerspiele des Salzburger Landestheaters