Drei Tage Frieden

Eine Sommerkomödie in drei Akten mit Prolog und Epilog

Pan Tadeusz

Drei Tage in einer Villa in Deauville, ein beträchtliches Erbe und fünf Erwachsene, die einander eigentlich gut genug kennen, um es besser zu wissen. Als der Verdacht aufkommt, die verstorbene Tante Mathilde habe ihr Testament an die Fähigkeit ihrer Angehörigen geknüpft, ein Wochenende friedlich miteinander zu verbringen, beginnt ein ebenso entschlossener wie aussichtsloser Feldversuch familiärer Eintracht. Zwei Kinder, ein Au-pair mit eigenen Vorstellungen von Freizeit und ein hinfälliger Labrador erschweren das Unternehmen. Weil die Aussicht auf mehrere Millionen selbst überzeugte Individualisten zu erstaunlicher Rücksichtnahme befähigt, ist bald niemand mehr bereit, einen Streit zuzugeben – geschweige denn einen Schaden. Eine Sommerkomödie über den hohen Preis des Familienfriedens und die bemerkenswerte Käuflichkeit guter Vorsätze.
ausführliche Beschreibung
Deauville, Anfang August. Hinter der Terrasse einer luxuriösen Villa liegt die Rennbahn, im Garten ein Swimmingpool. Die verstorbene Tante Mathilde hat ihre nächsten Angehörigen für drei Tage an die normannische Küste bestellt. Erst am Sonntag sollen sie erfahren, was mit dem Haus geschehen wird. Bis dahin wäre eigentlich nur ein angenehmes Wochenende zu verbringen.
Doch eine beiläufige Erinnerung an Mathildes ausgeprägten Sinn für familiäre Eintracht weckt einen folgenreichen Verdacht: Könnte das Erbe davon abhängen, dass man drei Tage friedlich miteinander auskommt? Für die Schwestern Mara und Karo, ihre Ehemänner Max und Konrad und die gemeinsame Mutter Ingrid ist das keine geringe Herausforderung. Mara verwechselt Großzügigkeit gelegentlich mit dem Recht, über andere zu bestimmen; Karo erhebt persönliche Empfindlichkeiten gern zu allgemeinen Prinzipien. Ihre Männer tragen zur Entspannung wenig bei: Max kommentiert die familiären Widersprüche mit der Treffsicherheit eines Dramatikers, Konrad möchte sie mit der Gründlichkeit eines Bankers verwalten. Ingrid wiederum beherrscht die Kunst, sich aufzuopfern und dafür zu sorgen, dass es niemand übersieht.

Die Kinder haben längst herausgefunden, wie sich die Schwächen der Erwachsenen nutzen lassen. Das Au-pair besteht auf geregelten Arbeitszeiten, und ein siebzehnjähriger Labrador bringt mit seinen Altersbeschwerden die empfindliche Ordnung des Hauses ins Wanken. Bald werden Flecken verdeckt, Missgeschicke verheimlicht und Kränkungen hinter ausgesuchter Höflichkeit verborgen. Während nebenan die Pferde um ihre Preise laufen, wächst in der Villa die Erkenntnis, dass Harmonie vor allem eines verlangt: eine bemerkenswerte Bereitschaft zur Selbsttäuschung.

Drei Tage Frieden ist eine elegante und zugleich handfeste Sommerkomödie über die Ökonomie familiärer Zuneigung, die kleinen Grausamkeiten wohlmeinender Menschen und die erstaunliche Anpassungsfähigkeit moralischer Überzeugungen. Über Großzügigkeit, die Dankbarkeit erwartet, Fürsorge, die in Bevormundung umschlägt, und Rücksichtnahme, die sich als besonders kultivierte Form der Aggression erweist. Vor allem aber über jene eigentümliche Kunst der Selbsttäuschung, mit der Familien ihre Widersprüche nicht beseitigen, sondern so lange in gute Absichten kleiden, bis sie selbst daran glauben. Denn natürlich lieben diese Menschen einander. Sie möchten nur möglichst wenig dafür aufgeben – es sei denn, es lohnt sich.