Die Heimreise

Vladimir Vertlib

Linas Roadtrip durch die Sowjetunion ist ein Füllhorn unglaublicher Geschichten.
„Krampfhaft versuchte ich, an besonders schöne Momente zu denken, die ich mit meinem Vater erlebt hatte, musste dabei aber schließlich bis vor den Krieg zurückgehen, als ich noch ein Kleinkind war."
„Die Heimreise“ ist die berührende Hommage des Autors an seine Mutter, eine kämpferische Frau mit unverwüstlichem Humor, und zugleich eine gnadenlose Satire auf die Absurdität der sowjetischen Diktatur in den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts: Lina, eine junge Studentin aus Leningrad, die der Mutter des Autors nachempfunden ist, leistet im Sommer ihren verpflichtenden Arbeitsdienst im fernen Kasachstan, als sie eine Nachricht von zu Hause erreicht. „Vater schwer krank! Komm rasch!“ Mit Hartnäckigkeit, Verzweiflung und wechselnden Weggefährtinnen wird Lina ihre Reise durch das sowjetische Riesenreich antreten, das von absurden Regelungen und willkürlicher Polizeigewalt beherrscht wird. Wird sie rechtzeitig nach Hause kommen, um ihren Vater noch lebend zu sehen?
Vertlib erschreibt sich eine weibliche Psyche und hält zugleich sensibel Distanz. ... Wie nebenher verdichten sich biographische Erzählungen zum umfassenden Bild vor allem der Frauen im Sowjetreich.
Tina Hartmann, FAZ
Genau diese Verbindung – zwischen Familienbiografie und erzählter Geschichte – ist Vertlib in diesem Roman gelungen.
Gerhard Zeillinger, DER STANDARD
Mit rauschendem, frischen Erzähltempo vermag Vertlib die Spannung bis zum Schluss aufrechtzuerhalten... (Es) erhellt sich eine Sicht auf eine Welt, die gebrochen durch den Spiegel der Zeit erschreckend aktuell erscheint und zum Teil sogar an heutige politische Mechanismen erinnert.
Maria Renhardt, FURCHE
Die „Heimreise“ legt eine erzählerische Schneise durch die späte Stalinzeit und die Jahre danach (...). Ich habe „Die Heimreise“ auch als Vorgeschichte des russischen Angriffskrieges und des Putinismus gelesen; vor allem aber als die glücklicherweise nicht heroisch aufgeladenen Kämpfe zweier junger Frauen um ihr eigenes Leben; und als die Entstehungsgeschichte einer Freundschaft.
Cornelius Hell, DIE PRESSE
Vladimir Vertlibs Schilderung eines aberwitzigen politischen Systems lässt den Leser lachen. Aber dieses Lachen muss einem im Hals stecken bleiben. Denn satirisch beschrieben wird ein Diktaturstaat, der Millionen Menschen Gewalt angetan hat.
Helmut Müller, SALZBURGER NACHRICHTEN
Dieser literarische Roadtrip ist amüsant und bissig. (...) eine brilliant geschriebene, teils groteske Geschichtensammlung wie „Tausendundeine Nacht“ aus Russland. Immer neue Episoden führen tief hinein in das Riesenreich, atmosphärisch, poetisch und geprägt von feiner Ironie.
Karin Waldner-Petutschnig, KLEINE ZEITUNG
Vertlib macht deutlich: Die Sowjetunion war eine Zeit der Willkür – aber auch des Zusammenhalts und der immer wieder überraschenden Solidarität. (…) Vertlib gelingen große, eindringliche Schilderungen, in denen Schrecken und Komik einander die Waage halten.
Wolfgang Huber-Lang, APA
Verfilmung
Residenz Verlag ↗
Erscheinungsdatum: 12.02.2024