Das Liebespaar

Friedrich Schreyvogl

Kurz vor der Scheidung wagen Olga und Albert ein Experiment: Können sie sich ein zweites Mal ineinander verlieben?
Nach sieben Ehejahren stehen Olga und Albert vor der Trennung. Ihr Zusammenleben ist von Alltag und Gewohnheit erstickt worden, und Albert verlässt die gemeinsame Wohnung. Olgas Freundin Brigitte ist überzeugt, dass jetzt nur ein neuer Mann helfen könne, und schickt ihr den jungen Ferdinand ins Haus. Der lässt sich nicht so leicht abweisen, flirtet ungeniert mit Olga und bringt sie tatsächlich aus ihrer Erstarrung. Was Brigitte allerdings nicht ahnt: Olga und Albert haben ihre Ehe noch nicht endgültig aufgegeben. Sie beschließen, sich in jenem kleinen Seehotel wiederzutreffen, in dem sie sich sieben Jahre zuvor kennengelernt haben – und dort noch einmal als Fremde von vorn anzufangen.

Das Experiment gelingt: Olga und Albert entdecken hinter dem vertrauten Ehepartner wieder den Menschen, in den sie sich einst verliebt haben. Allerdings sorgen Ferdinand und Brigitte für zusätzliche Eifersucht und Verwicklungen. Olga erkennt schließlich, dass nicht ein neuer Partner eine müde gewordene Beziehung retten muss, sondern dass es darum geht, im eigenen Partner wieder etwas Neues zu entdecken. Gleichzeitig wird deutlich, dass Ferdinand und Brigitte ihre ständigen Neckereien nur deshalb so wichtig nehmen, weil sie längst ineinander verliebt sind. Ferdinand überwindet sich schließlich zu einem klaren „Ich liebe dich“, und auch dieses zweite Paar findet zusammen. Olga und Albert bleiben ebenfalls beieinander – als jenes „Liebespaar“, das nach Ansicht Alberts mehr ist als zwei Menschen, die bloß nebeneinander leben.
4D 1H
2 Dek.
Komödie
UA: 20.01.1940, Städtisches Schauspielhaus Leipzig; Regie: Sigurd Baller